Sanierung der Petruskirche

Ein neues Konzept für Döbbrick
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Die Gemeinde Döbbrick stand Ende der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts vor der Frage, was mit den äußerst sanierungsbedürftigen Gebäuden geschehen könnte.

Angesichts der kleinen Gliederzahl von damals 30 Gemeindegliedern gab es auch den Gedanken, das ganze Anwesen aufzugeben, weil natürlich klar war, dass diese kleine Gemeinde die zu erwartenden Kosten einer Gebäudesanierung nicht würde tragen können.

Auf der anderen Seite wurde intensiv an Plänen und Konzepten gearbeitet und nach Partnern für eine neue Nutzung gesucht.
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In Partnerschaft mit dem Missionswerk der SELK (Lutherische Kirchenmission mit Sitz in Bleckmar / Niedersachsen) wurde entschieden, in Döbbrick eine neue missionarische Arbeit zu beginnen, die das Ziel hat, Menschen den christlichen Glauben als Lebensgrundlage anzubieten. Träger dieser Arbeit ist das Missionswerk der SELK, das die Gebäude der Gemeinde Döbbrick für diese Arbeit angemietet hat und Missionar Holger Thomas nach Döbbrick entsandt hat.

Sanierung des Pfarrhauses

Im September 2000 begannen die Bauarbeiten an dem völlig verfallenen Wohnhaus. Regelmäßige Baueinsätze von Gemeindegliedern und Freunden der Gemeinde unterstützt durch Helfer aus SELK – Gemeinden der Lausitz ließen die Bauarbeiten zügig voranschreiten.
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Das Gebäude, das in den Grundmaßen erhalten geblieben ist, wurde im Fundamentbereich gesichert, der Keller wurde ausgebaut, ein neues Dachgeschoss errichtet..
Bereits Ende März 2001 konnte das Wohnhaus von Missionar Holger Thomas und seiner Familie bezogen werden.

Sanierung der Kirche

Dann ging es an den 2. Schritt: Sanierung der Kirche.
Für das Jahr 2002 war den Döbbrickern die Bausteinsammlung in der SELK zugesprochen worden. Das bedeutete, dass im Verlauf des Jahres 2002 in allen Gemeinden der SELK für das Bauprojekt Döbbrick gesammelt wurde.

Am 27.Januar wurde die Bausteinsammlung mit einem festlichen Gottesdienst in der noch unsanierten Kirche eröffnet. Durch die Anwesenheit des Bischofs, Dr. Diethard Roth, der die Predigt hielt, wurde die Anteilnahme der gesamten SELK an dem Döbbricker Projekt deutlich.
Im März 2002 gab es schließlich die Baugenehmigung für die Kirche. Wieder wurde zügig und intensiv gearbeitet.

Viele halfen mit. Glieder und Freunde der Gemeinden erschienen regelmäßig samstags, um Hand anzulegen. Das Überraschende war: Auch Freunde und Nachbarn aus dem Dorf, die bisher mit der Gemeinde nichts zu tun hatten, ließen sich zur Mithilfe ansprechen. Es wurde tatsächlich eine „Kirche zum Mitbauen“. Über 4000 Arbeitsstunden wurden auf der Baustelle abgeleistet.
Firmen aus anderen Gemeinden der SELK übernahmen es, ganze Gewerke kostenlos auszuführen.

In den Jahren 2001 und 2002 wurde in Döbbrick jeweils 2 Wochen lang ein sogenanntes internationales Diakonie-Camp mit Beteiligung von Jugendlichen aus Deutschland, Polen und den USA durchgeführt. Neben der Beschäftigung mit der Bibel und dem christlichen Glauben gehörten einige Stunden des Tages der Arbeit auf der Baustelle. „Praktische Arbeit für den Herrn der Kirche, Jesus Christus“, so haben Jugendlichen es begriffen und mit viel Engagement angepackt.

(Link zu Freunden und Unterstützer)

Darüber hinaus gab es zwei Einsätze von Gruppen aus der amerikanischen Schwesterkirche, überwiegend Senioren, die für zwei Wochen ihre Arbeitskraft und ihre Erfahrung dem Aufbau der Gebäude widmeten.
All das ermöglichte, dass der Kirchraum bis August 2002 fertig gestellt werden konnte.

(Link zu Freunden und Unterstützer)

Die Kirche soll neben dem gottesdienstlichen Gebrauch auch als Begegnungszentrum dienen, in dem es um Lebens- und Glaubensfragen gehen soll.

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Im letzten Bauabschnitt wurde im Dachgeschoss der Kirche ein Gruppenraum und verschiedene Gästezimmer mit entsprechenden Sanitärräumen eingerichtet.

Das Dachgeschoss bietet nun Raum für Gruppen bis ca. 15 Personen, die hier Freizeiten durchführen können. Ebenso können Einzelpersonen die Räume nutzen, um z.B. Urlaubstage in der Lausitz zu verbringen.

Wir sind Gott dem Herrn von Herzen dankbar, dass er uns bis an diesen Punkt geleitet hat und die Kraft gegeben hat, dieses Projekt durchzuführen. Und wir freuen uns, dass ER uns in der ganzen Zeit der Bauarbeiten bewahrt hat vor Unfällen und Katastrophen.

Das Kirchengebäude
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Bei der Sanierung wurde der Charakter des Kirchraumes als altes Gebäude erhalten. Die Seitenwände wurden vom Putz befreit, so dass die Ziegel, die nicht als Sichtmauerwerk gedacht waren, in ihrer ganzen Fehlerhaftigkeit und Ungenauigkeit sichtbar sind.
Sie symbolisieren die biblische Aussage, dass Gott mit fehlerhaften sündigen Menschen seine Kirche baut.

Die Fenster der Südseite wurden zu Türen erweitert, so dass das Gebäude einen offenen und einladenden Eindruck macht.
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Die Einrichtungsgegenstände ( Altar, Kanzel, Taufstein, Kreuz und Kerzenhalter) sind aus dem Holz der alten Dachbalken gearbeitet, ohne dass die äußere Struktur wesentlich verändert wurde oder verfeinert wurde. Sie zeigen die Bearbeitungsspuren von damals und auch zwischenzeitlich entstandene Schäden und Risse. Wieder ist damit für uns eine theologische Aussage symbolisiert: „Gott prägt Menschen – so wie sie sind: fehlerhaft und unvollkommen – und nimmt sie in seinen Dienst.

Das Besondere, was jedem Besucher von weitem auffällt, ist die Solaranlage auf dem Kirchdach. Mit einer Fläche von 41 m² Solarfläche hat sie eine Spitzenleistung von 5 kWp. Der gewonnene Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist.
Wir wollen damit ausdrücklich einen Beitrag zur Bewahrung von Gottes Schöpfung leisten, indem wir Strom erzeugen, ohne dass nicht erneuerbare Energien verbraucht werden.
Die Finanzierung der Anlage erfolgte nicht durch Bauspenden oder überhaupt die Baukasse, sondern durch die ‚Deutsche Bundesstiftung Umwelt‘ und durch einen Kreis von Freunden und Gliedern der Gemeinde, der sich die Frage nach dem schonenden Umgang mit Gottes guter Schöpfung zum Thema gemacht hat.